Letztes Abenteuer
Frank stand in der Hölle und wußte nicht weiter,
wie war er da nur wieder reingeraten...
Atmen war kaum möglich. Kein erfrischendes Bier weit und breit.
Der Teufel ließ sich auch nicht blicken. Aha, die Psycho-Tour.
So eine Scheiße, ist ja zu Verrückt werden. Wie konnte das denn
nur geschehen? Vor allem war er doch eigendlich immer brav gewesen.
Die anderen waren doch immer die schlechten Menschen. Obwohl- eine
Menge Scheiße hatte er ja schon in seinem Leben geredet, aber das
hatte meist damit zu tun daß er zu nüchtern oder zu besoffen war.
Und wieso deswegen gleich in die Hölle?
Es war furchtbar düster abgesehen von ein paar grellen Feuern.
Frank setzte sich an eine Steinmauer. Seine Glieder waren total
verkrampft und seine Nerven am zerbröseln. An den bitter nötigen
Schlaf war in dieser heißen Scheißgegend nicht zu denken. Ein paar
arme Krüppel humpelten an ihm vorbei. Stumm. Frank sah hoch. Ihre
Augen waren Blutunterlaufen.
Zuerst merkte er ja gar nicht daß er in der Hölle stand und dachte
an einen Traum. Es war ein böser, schleichender Übergang bis ihm
schließlich die Wahrheit dämmerte. Jetzt heissts durchhalten. Beiß
die Zähne zusammen. Bin ja selber schuld. Ihm war zum Heulen.
Vielleicht sollte er jemanden aufs Maul hauen? Ein Opfer sah er
schon in einiger Entfernung, er fiel auf, stand da, selbstbewußt
mit Seitenscheitel und Pullover um die Schultern hängend blöd herum.
Diese peinlichen Wichser mit ihren Scheiß Pullovern um den Schultern.
Dieser Oberkrüppel. Vielleicht war das der Teufel?
Frank seufzte und dachte daran doch besser einfach nur zu heulen.
Oh Gott, wär das schön, jetzt bitte eine halbe Flasche Wodka auf Ex.
Aber Gott war hier sehr weit weg.
Irgendwann schloß Frank die Augen wegen dem beißenden Rauch und weil
ihn das ganze Feuer nervös machte. Nach kurzer Zeit öffnete er wieder
die Augen weil er merkte wie er verrückt wurde und sich seine
Gehirnwindungen ineinander verkrampften. Besser sich mit dem ganzen
Theater hier ablenken.
War er verrückt? Wenn das die Hölle ist, mußte er doch irgendwann
gestorben sein? Hatte er diesen Moment etwa verpasst?
Wahrscheinlich war er nur verrückt. Der Gedanke beruhigte etwas.
Frank war zu kaputt um auf Entdeckungstour zu gehen. Wirklich kaputt.
Unfähig zu pissen. Todmüde. Er kauerte an der scheiss Steinwand und
flehte innerlich nach fünf Litern Wodka.
Vom Teufel oder einem anderen Verantwortlichen weit und breit keine
Spur. Das ist echte Einsamkeit, wenn nichtmal der Teufel einen will.
Frank wartete. 1 Stunde. 2 Stunden. usw. Er hatte kein Zeitgefühl
mehr. Erduldung des Wahnsinns. Die Hölle. Der Hades. So ein
Schwachsinn. Leckt mich doch am Arsch, dann verreck ich halt hier.
Verrecken?
In der Hölle?
Ein paar Krüppel standen in einiger Entfernung um einen goldenen
Tisch herum. Der Tisch war dermaßen übertrieben verziert daß einem
schlecht wurde. Auf dem Tisch stand
gar nichts. Überall schienen Mauern zu sein, die Gegend schien
ziemlich verwinkelt. Einen Himmel konnte man nicht erkennen, war
schlichtweg nicht da. Die Krüppel murmelten und sabberten. Sollte er
zu ihnen hin und sie fragen? Aber was? Außerdem drückte und hämmerte
ihn die Müdigkeit auf den Boden.
Zuerst konnte Frank nicht schlafen wegen der enormen Hitze und dem
Rauch. Aber so langsam nahm seine Müdigkeit Überhand obwohl er
wegen ihr schon schlafzerschmetternde Kopfschmerzen hatte.
Frank hörte noch irgendein lautes
Geräusch. Von einer Maschine
oder ein Fahrzeug. Dann
döste er
ein.
Er träumte von einer riesigen Fabrik. In ihr standen riesige
Maschinen, jede so mindestens 30 Meter hoch. Sein Job war es, diese
Dinger zu bedienen aber er hatte keine Ahnung wie. Die Maschinen
stampften und rumpelten, riesige Stahlräder drehten sich an ihnen.
Frank konnte kaum stehen und stolperte durch die Gegend wie ein
Betrunkener. Ständig wollten Leute etwas von ihm wissen was er nicht
wusste. Manche Leute kannte er. Es war unmöglich mit ihnen zu reden,
weil er sich nicht konzentrieren konnte. Das kommt davon wenn man
todmüde träumt. Und so stolperte er von Maschine zu Maschine, machte
komplett verrückte Sachen und die Leute sahen ihn an, grüßten ihn
sogar. Frank wurde immer verzweifelter, den Job hätte er im realen
Leben sicher nicht lange gehabt...
Und irgendwann verzog sich die Fabrik und Frank wachte auf.
Er lag nackt auf dem Bett in seinem Zimmer. Es war dunkel. Es war
heiss. Das offene Fenster kühlte nicht, im Gegenteil. Draussen
mußte die Nacht noch fast dreißig Grad warm sein. Frank schwitzte.
Nur der Fernseher lief und tunkte einen Teil des Zimmers in
grausames Licht. Auf dem Bildschirm flimmerten nur die schwarzen
und weißen Punkte. Schwarz gewinnt am Ende immer, dachte Frank.
Frank sah auf seinen Tisch, konnte die Uhr aber nicht finden. Wie
lange hab ich geschlafen? fragte er sich. Er war immernoch müde
und drehte sich weg von diesem gräßlichen Fernsehbildschirm.
10 Zentimeter von seiner Nase entfernt sah er sein Mobiltelefon auf
dem Kissen liegen. Plötzlich leuchtete das Display auf. Es wurde
immer größer und größer, leuchtete immer mehr! Was zum Teufel...
Dann viel Frank hinein und wachte wirklich auf.
Frank lag zusammengekauert an seiner Mauer und blickte müde in
ein kleines Feuer. Er wischte sich den Schweiß aus den Augen.
Von den Krüppeln standen nur noch zwei am Tisch. Etwas abseits
stand eine alte Frau die auch in das kleine Feuer starrte.
Überall waren Feuer. Irgendwie hatte Frank sich die Unterwelt
immer spannender vorgestellt, mit Nutten und so. Das kam ihm
jetzt sehr naiv vor. Er stemmte sich hoch, lag aber gleich
wieder auf dem Boden. Er hatte kaum geschlafen. Höchstens eine
Stunde. Naja, immerhin.
Frank drehte sich zur Wand und döste bald wieder ein. Diesmal
träumte er von gewaltigen Luftschlachten mit alten Propeller-
maschinen unter einem glutroten Himmel. Als er nach kurzer Zeit
wieder aufwachte hatte sich nicht viel verändert. Er war immer-
noch Scheissmüde und es war heiss. Ein paar komische Gestalten
liefen an ihm vorbei und traten fast auf ihn drauf.
Oh Scheisse. Frank rieb sich die Augen.
Das KANN doch alles gar nicht wahr sein.
Er wartete etwas und tat so als ob er noch schlafen würde. Dann
gab er sich einen Ruck und setzte sich auf. Seine Augen brannten.
Dann hörte er wieder ein lautes Geräusch. Es schien zumindest
laut zu sein. Es war etwas weiter weg. Irgendeine Maschine.
Frank sah auf die Gruppe Krüppel, sie war wieder etwas größer
geworden. Und ihm ging es schon etwas besser bildete er sich
ein, aber er mußte erstnoch etwas schlafen.
Und dann würde er irgendwann hingehen und sie fragen, was das
alles hier eigendlich solle. Oder wo die nächste Trinkhalle ist.
Irgendwann. Oh Gott...